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Stellungnahme der ÖGGM zum geplanten Bundesgesetz über medizinische Assistenzberufe

Stellungnahme der ÖGGM zum geplanten Bundesgesetz übermedizinische Assistenzberufe (MAB-Gesetz)

 

Im § 7 des gegenständlichen Gesetzesentwurfs wird die Obduktionsassistenzim Rahmen der Gerichtlichen Medizin nicht erwähnt. Gerade in unserem Fachsind die ObduktionsassistentInnen ein wichtiges Glied in der Beweiskette (chainof evidence). Diese beginnt mit der Assistenz im Rahmen der Tatortarbeit, derÜbernahme der Verstorbenen von der Bestattung, der Sicherung der Identitätund umfasst weitere wichtige Aufgaben wie z.B. die fachgerechte Entkleidungmit besonderer Berücksichtigung der korrekten Sicherung kriminaltechnischerund biologischer Spuren, die Übernahme, Verwahrung und Dokumentation derEffekten und die fachlich korrekte Assistenz bei der Entnahme forensischrelevanter Proben. Darüber hinaus erfüllen die ObduktionsassistentInnen anUniversitätseinrichtungen für Gerichtliche Medizin zahlreiche weitere Aufgaben,wie beispielsweise die Foto- und Videodokumentation, Vorlesungsassistenzund auch die Herstellung von wissenschaftlichen Präparaten und Lehrmitteln.

Die Aufgaben der forensischen Obduktionsassistenz gehen dabei weit über denFachbereich der Assistenz im Rahmen der pathologischen Anatomie hinaus,wobei die eigentliche Ausbildung und Qualifikation der Mitarbeiter erst im Rahmen der eigentlichen Tätigkeit und regelmäßigen Praxis erfolgt bzw.erreicht werden kann.

Da im vorliegenden Gesetzesentwurf auch die ObduktionsassistentInnen fürdas Sonderfach Anatomie fehlen, darf seitens der ÖGGM folgende Änderungdes § 7 MAB vorgeschlagen werden:

§ 7. (1) Die Obduktionsassistenz umfasst die Assistenz von Ärzten/-innen beider Leichenöffnung im Rahmen der pathologischen Anatomie, derHistopathologie, der Zytopathologie,der Anatomie sowie der Gerichtsmedizin nach ärztlicher Anordnung und unter ärztlicher Aufsicht.(2) Der Tätigkeitsbereich der Obduktionsassistenz umfasst insbesondere

1. die Wartung und Aufbereitung des für die Obduktion erforderlichenInstrumentariums sowie Obduktionstisches,

2. die Assistenz bei der Leichenöffnung und bei der Organ- oderProbenentnahme

3. die Assistenz bei der Dokumentation der Leichenöffnung insbesondere derFotodokumentation und

4. die Versorgung und Vorbereitung der Verstorbenen für die Bestattung.Mit der Bitte, diese Ausführungen in Ihrem Entscheidungsprozess zuberücksichtigen undmit freundlichen GrüßenA.Univ.Prof.

Dr. Walter RablPräsident der ÖGGM

 

 


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